Alpenmetropole und Bündner Wirtschaftszentrum
Chur ist mit rund 39'200 Einwohnern die Hauptstadt des Kantons Graubünden, das unangefochtene Zentrum der grössten Schweizer Alpenregion — östlich von St. Gallen und Rapperswil-Jona — und zugleich die älteste Stadt der Schweiz mit einer über 5'000-jährigen Siedlungsgeschichte. Die Stadt liegt am Zusammenfluss der wichtigsten Bündner Verkehrsachsen — hier treffen die Routen über den Julier, den San Bernardino und ins Engadin zusammen. Als Kantonshauptstadt beherbergt Chur die kantonale Verwaltung, das Kantonsspital und zahlreiche Bildungseinrichtungen. Chur fungiert zudem als Tor zu den international renommierten Tourismusdestinationen Davos, St. Moritz und Arosa.
Trotz der alpinen Lage ist Chur ein vielseitiger Wirtschaftsstandort mit wachsender Bedeutung. Die Mischung aus Verwaltung, Dienstleistungen, Industrie und Tourismus sorgt für eine stabile Wirtschaftsstruktur. Die Fachhochschule Graubünden (ehemals HTW Chur) bildet Fachkräfte in Tourismus, Informationswissenschaft und Management aus und treibt den Wissenstransfer in die regionale Wirtschaft voran. In den letzten Jahren hat sich zudem ein wachsender IT-Sektor etabliert, der von der hohen Lebensqualität und den verbesserten digitalen Infrastrukturen profitiert.
EMS-Chemie, Rhätische Bahn, Repower — die regionalen Anker
Die Graubündner Kantonalbank mit Sitz in Chur ist eine der grössten Kantonalbanken der Schweiz und ein zentraler Finanzdienstleister der Region. Die EMS-Chemie in nahem Domat/Ems — ein globaler Spezialchemiehersteller unter der Leitung der Familie Blocher — ist der grösste private Arbeitgeber des Kantons und erzielt mit Hochleistungspolymeren einen Jahresumsatz von über zwei Milliarden Franken. Die Rhätische Bahn (RhB), berühmt für ihre UNESCO-Welterbestrecke über das Landwasserviadukt, hat ihren Hauptsitz in Chur und beschäftigt über 1'600 Personen. Die Hamilton Bonaduz AG, ein führender Hersteller von Sensorik und Laborautomation, ergänzt das industrielle Profil der Region.
Der Tourismus durchdringt die gesamte Wirtschaftsstruktur: Graubünden Ferien koordiniert von Chur aus die Vermarktung des Kantons als ganzjährige Tourismusdestination. Bergbahnen, Hotels und Gastronomie generieren einen erheblichen Teil der regionalen Wertschöpfung — allein die Destination Davos-Klosters zieht jährlich über eine Million Übernachtungsgäste an. Dazu kommen Energieunternehmen wie Repower und die Bündner Kraftwerke, die die enormen Wasserkraftressourcen der Region nutzen und Graubünden zu einem der wichtigsten Stromexportkantone der Schweiz machen.
Gateway zu 100 Bündner Gemeinden
Churs Firmenlandschaft ist geprägt von KMU, die als Dienstleister, Handwerksbetriebe und Zulieferer die regionale Wirtschaft tragen. Viele Firmen bedienen den gesamten Kanton Graubünden — Chur fungiert als Gateway zu über 100 Bündner Gemeinden. Wer hier Kontakte knüpft, erreicht oft die gesamte Region. Der wachsende IT-Sektor umfasst Softwareentwickler, Webagenturen und IT-Berater, die sowohl lokale KMU als auch die Tourismusbranche digitalisieren.
Besondere Chancen bieten die Bereiche Bau und Immobilien (hohe Bautätigkeit in Tourismusregionen wie Lenzerheide und Flims), Energie (Wasserkraftprojekte und erneuerbare Energien), Gastronomie-Zulieferung und technische Dienstleistungen. Die Konzentration kantonaler Institutionen in Chur — von der Gebäudeversicherung bis zum Tiefbauamt — schafft stabilen Bedarf an Beratung, IT-Lösungen und Infrastruktur. Die Bündner Wirtschaftskammer organisiert regelmässig Branchenanlässe, die natürliche Kontaktpunkte für Neugeschäft bieten.
In Chur und Graubünden pflegt man eine persönliche Geschäftskultur. Vertrauen wird über direkte Begegnungen aufgebaut, nicht über E-Mail-Kampagnen allein. Die Bündner Wirtschaftskammer und die Gastro-Graubünden-Anlässe sind beliebte Treffpunkte. Die überschaubare Grösse der Bündner Wirtschaft bedeutet: Reputation spricht sich schnell herum.